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    Klee-Preis 2017 - Zweiter Platz für Frederick Pothof

    28.06.2017 08:54
    Fredrick Pothof wurde in diesem Jahr der zweite Platz des "Klee Preises" für seine Forschung an einem neuartigen Implantat zur Epilepsiediagnostik verliehen. Klee Preis 2017 - Zweiter Platz für Frederick Pothof

    Klee Preis 2017 - Zweiter Platz für Frederick Pothof

    Die Arbeit "Chronic neural probe for simultaneous recording of single-unit, multi-unit, and local field potential activity from multiple brain sites" entstand an der Professur für Materialien der Mikrosystemtechnik im Rahmen des EU Projektes NeuroSeeker unter wissenschaftlicher Begleitung von Prof. Dr. Oliver Paul und Dr. Patrick Ruther.

    Die wissenschaftliche Publikation (DOI: https://doi.org/10.1088/1741-2560/13/4/046006), die im internationalen Journal of Neural Engineering veröffentlicht wurde, stellt ein neuartiges, zylinderförmiges Hirnimplantat vor, das einen Durchmesser von nur 0,8 mm aufweist. Diese sogenannte SEEG-Sonde leitet elektrische Potentiale aus dem Gehirn ab, die mit Hilfe eines elektronischen Erfassungsgerätes verstärkt und aufgezeichnet werden. Die Sonde erlaubt es, die Quelle epileptischer Anfälle, den epileptischen Fokus, räumlich zu bestimmen und anhand von Messdaten mögliche Behandlungsmaßnahmen festzulegen. Das Implantat besitzt äußere Abmessungen, die identisch sind zu jenen gängiger, klinisch eingesetzter Messsonden. Es ermöglicht jedoch die Integration einer deutlich höheren Anzahl von Elektroden, d.h. 128 Mikro- und/oder Makroelektroden statt der typischerweise maximal 18 Makrokontakte der kommerziellen Implantate. Dies wird daher eine verbesserte Ortsauflösung beim Ableiten von Hirnsignalen und Lokalisierung des epileptischen Fokus ermöglichen. Zudem konnte mit dem neuartigen Implantat bereits die elektrische Aktivität einzelner Neurone im Tiermodell gemessen werden.

    Der Klee-Preis wird durch die Deutsche Gesellschaft für Biomedizinische Technik (DGBMT im VDE) in Gemeinschaft mit der Stiftung Familie Klee jährlich zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses ausgeschrieben.

    Verliehen wird der Preis im Rahmen eines Wettbewerbs wissenschaftlicher Arbeiten mit folgenden Schwerpunkten:

    • Biomedizinische Technik als interdisziplinäres Fach
    • Fachingenieurwissenschaftliche Lösungen aktueller klinischer Probleme
    • Naturwissenschaftliche Beiträge für Diagnostik oder Therapie


    Der zweite Platz des Klee-Preises wurde in diesem Jahr aufgrund von Punktegleichstand zweimal vergeben.



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