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    Energiesparend und smart

    25.07.2019 14:29
    Frederik Kotz hat ein neues Verfahren entwickelt, mit dem sich Glas bei Raumtemperaturen formen lässt. Frederik Kotz. Foto: privat

    Frederik Kotz. Foto: privat

    Freiburg, 25.07.2019

    Für ein neu entwickeltes Verfahren zur energiesparenden Herstellung von Glas erhält der Freiburger Materialwissenschaftler Dr. Frederik Kotz den Deutschen Studienpreis der Körber-Stiftung. Kotz erarbeitete die Technik für seine Dissertation mit dem Titel „Entwicklung neuer Materialien für das Rapid Prototyping und die additive Fertigung von Glas und Polymethylmethacrylat“. Die Auszeichnung ist mit 25.000 Euro dotiert. Die Jury berücksichtigt neben der fachwissenschaftlichen Exzellenz vor allem die spezifische gesellschaftliche Bedeutung der Forschungsbeiträge: Die neue Technik hat das Potenzial, Gläser in Zukunft haltbarer, stärker und funktionaler – eben smarter – zu machen.

    Mit dem Verfahren lässt sich Glas bei Raumtemperatur formen – ähnlich leicht wie Kunststoff. Kotz verwendet dazu ein Gemisch aus winzigen Glaspartikeln und Polymeren, das in beliebige Gussformen gefüllt und darin ausgehärtet wird. Anschließend kommt das feste Material in den Ofen und wird bei Temperaturen von 1.100 bis 1.300 Grad Celsius „gesintert“. Dabei werden die Polymere durch Erhitzen von den Glaspartikeln entfernt. Übrig bleibt das neue High-Tech-Glas, dessen Eigenschaften sich nicht von herkömmlichem Glas unterscheiden. Das Material lässt sich sogar mittels 3-D-Druck formen.

    Frederik Kotz, dessen Dissertation am Karlsruher Institut für Technologie entstand, arbeitet seit 2018 am Institut für Mikrosystemtechnik der Albert-Ludwigs-Universität. Er ist Mitbegründer der Glassomer GmbH, die das entwickelte Material vertreibt.

    Kontakt:
    Dr. Frederik Kotz
    Institut für Mikrosystemtechnik (IMTEK)
    Albert-Ludwigs Universität Freiburg
    Tel: 0761 203 7355
    frederik.kotz@neptunlab.org



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