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    Weniger Narbenbildung nach Glaukomoperation

    13.12.2013 08:43
    Die Erfolgsraten von Glaukomoperationen soll ein gemeinsames Forschungsprojekt der Klinik für Augenheilkunde am Universitätsklinikum Freiburg und des Instituts für Mikrosystemtechnik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg (IMTEK) verbessern. Um störende Vernarbungen zu verhindern, experimentieren die Wissenschaftler um PD Dr.Jens Jordan, Schwerpunktleiter Glaukom in der Klinik für Augenheilkunde, und Prof. Dr.Jürgen Rühe, Professor für Chemie und Physik von Grenzflächen am IMTEK, mit Hydrogelen, die die Anlagerung von wuchernden Bindegewebszellen an der Wunde verhindern sollen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstützt das Projekt mit 590.000 Euro Prof. Dr. Jürgen Rühe (Foto: IMTEK)

    Prof. Dr. Jürgen Rühe (Foto: IMTEK)

    Bei Glaukomerkrankungen, die auch als Grüner Star bekannt sind, führt ein erhöhter Druck im Augeninneren auf Dauer zu einer Schädigung des
    Sehnervs und letztlich zur Erblindung. Der Augeninnendruck wird durch das Kammerwasser reguliert, das sich zwischen Linse und Hornhaut befindet.
    Um den Augeninnendruck dauerhaft zu senken, hat sich in der klinischen Praxis die sogenannte Trabekulektomie etabliert. Bei dieser Operation wird
    eine Art Ventil angelegt, durch das das überflüssige Kammerwasser aus der Vorderkammer des Auges unter die Bindehaut abfließen kann, wo es vom Körper wieder resorbiert wird. Dieses Ventil besteht aus einer chirurgisch erzeugten Fistel, einer trichterförmigen Öffnung in der Außenhaut des Auges. Diese künstliche Öffnung soll im Gegensatz zu „normalen“ Wunden möglichst nicht verheilen, damit das überschüssige Kammerwasser dauerhaft abfließen kann. Häufig lagern sich jedoch bestimmte Bindegewebszellen, sogenannte Tenonfibroblasten, an der Fistel an und setzen eine Vernarbung in Gang, die den Abflusskanal wieder verschließt.

    Die Freiburger Forscher erproben nun Methoden, die die Anlagerung der Tenonfibroblasten an der Fistel verhindern sollen.Hydrogele, die per Atombindung an der Gewebeoberfläche der trichterförmigen Öffnung verankert werden, sollen eine extrem zellabweisende Oberfläche schaffen, die die Tenonfibroblasten nicht andocken lässt und die Fistel dauerhaft offenhält. „Wir hoffen, dass der Einsatz von Hydrogelen die Ergebnisse der Trabekulektomie und weiterer Verfahren der filtrierenden Glaukomchirurgie langfristig verbessert“, so PD Dr. Jordan.

    Kontakt:
    PD Dr. J. Jordan
    Schwerpunktleiter Glaukom
    Klinik für Augenheilkunde
    Universitätsklinikum Freiburg
    Telefon: 0761 270-40010
    jens.jordan@uniklinik-freiburg.de

    Prof. Dr. Jürgen Rühe
    Professor für Chemie und Physik von Grenzflächen
    Institut für Mikrosystemtechnik
    Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
    Telefon: 0761 203-7161
    ruehe@imtek.uni-freiburg.de



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